Die Ausbildung

Mein Mann und ich investieren viel Zeit und Arbeit in die Aufzucht der Fohlen. Sie werden bei uns von Geburt an auf den Menschen geprägt und lernen früh Halfter, Führen und Anbinden neben der Mutter kennen. Dem Alter entsprechend kommt das Führen im Gelände und Ortschaft, Verladen und Hufpflege dazu.


Die Reitpferde werden dann 4-jährig schonend von der Gangpferdetrainerin Kaja Stührenberg ausgebildet und zuvor durch Handpferdetraining und Longenarbeit sorgsam darauf vorbereitet.


Wenn ich das angerittene Jungpferd übernehme, reite ich nur im Schritt und Paso Llano, Galopparbeit folgt, wenn überhaupt, viel später.


Unsere Paso-Peruano-Zucht ist zwar klein, aber wir legen sehr viel Wert auf Qualität in Exterieur und Interieur. In unserer Leistungszucht gibt es nicht die große Auswahl an Verkaufspferden - dafür investieren wir sehr viel Zeit in die Grunderziehung und Vertrauensbildung zum Menschen vom Fohlen an.

Unsere Pferde sind durch unser "horsemanship" ausgesprochen menschenbezogen, dabei aber sensibel und respektvoll. Sie sind in jedem Fall altersentsprechend sehr gut erzogen bzw. ausgebildet. Sie haben die große weite Welt schon neben der Mutterstute, an der Hand des Menschen und neben dem Fahrrad laufend, kennen gelernt. Sie sind keine "Kleber" und grundsätzlich kooperativ bei allen Anforderungen, die der Mensch an sie richtet. Für den neuen Besitzer bedeutet das in der Folge je nach Alter des Pferdes mehr Freude im Umgang und beim Reiten sowie weniger Arbeit und Investition im Rahmen der weiteren Ausbildung.

Zu Beginn der Reitausbildung wird das kolumbianische Bosal verwendet, eine gebißlose Zäumung, um das Pferd weich im Maul zu erhalten. Nach ungefähr einem Jahr erweitern wir auf vier Zügel. Als Gebiß wird dazu eine peruanische Stange mit kurzen beweglichen Anzügen eingelegt. Die vierzügelige Zäumung ermöglicht eine schrittweise Umstellung auf die alleinige Benutzung der peruanischen Kandare.


Die natürliche relative Aufrichtung der Paso Peruanos begünstigt die Aktivierung der unterschiebenden Hinterhand  und somit den Paso Llano (Töltvariante). Die Pferde können nach sorgfältiger Ausbildung auch einhändig mit losem Zügel geritten werden.
Um der rassemäßigen traditionellen Ausbildung unserer Pferde zu entsprechen, nahmen wir auch an Kursen mit dem peruanischen Ausbilder und Trainer Richard Oré teil. Auch bei Kaja Stührenberg nehmen wir ab und an Unterricht.


Bevor Miguel angeritten wurde, nahm ich mit ihm 2013 an einem Gelassenheitskurs, organisiert vom Reitverein Lamstedt, teil. Er ist an diesem Tag das erste Mal für vier Stunden von seiner Herde getrennt in fremder Umgebung. Die Reithalle in Lamstedt hat er natürlich somit auch noch nie gesehen. Alle neuen Eindrücke hat er souverän verarbeitet und gut mitgemacht.